Tschüss Schmetterling – Kleine Naturforscher schließen ihre Arbeit ab
„Toll, dass aus den Raupen echte Schmetterlinge geworden sind! Aber ein bisschen traurig ist es doch, dass wir sie jetzt fliegen lassen müssen. Sie sind sooo schön...“, so resümiert Nick aus der 1a das Ergebnis des Wiesenprojekts.
Seit den Osterferien widmen sich die Kinder der ersten Klasse der Paul-Gerhardt-Schule der Wiesenforschung. Bei kleineren und größeren Expeditionen untersuchten sie Pflanzen und beobachteten Tiere. Ein eigenes Klassenterrarium entstand. Die mit Gras und Wildkräutern eingesäte Erde entwickelte bald eine prächtige Miniwiese. Beinahe täglich kamen neue Wiesenbewohner hinzu, die die Kinder bei ihren nachmittäglichen Erkundungsgängen entdeckt und eingesammelt hatten. Auch Regenwürmer, Raupen und kleine Käfer aus dem heimischen Garten fanden auf der Terrarium-Klassenwiese eine neue Heimat. Selbst vor Spinnen ekelte sich am Ende niemand mehr. Schließlich hatten die Kinder sie selbst gefangen, vorsichtig transportiert und auf die gut gepflegte Wiese gesetzt. Ganz besondere Wiesenbewohner hatte aber die Klassenlehrerin, Svenja Brieger, mitgebracht: fünf kleine Raupen. „Das werden einmal Schmetterlinge“, hatte sie den Kindern gesagt. Fast alle kannten die Entwicklung eines Schmetterlings und doch zogen die kleinen Raupen alsbald die gesamte Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. Jeden Morgen eilten die Kinder zuerst zum Terrarium. „Wie bei der Raupe Nimmersatt“, kommentiert Sarah die Entwicklung der Raupen. Täglich führten die Kinder ein Wiesentagebuch.„Ziel war natürlich auch, die Kinder an die systematische Beobachtung als Methode naturwissenschaftlichen Arbeiten heranzuführen“, erläutert Svenja Brieger die Absicht dieses Unterrichtsprojektes.
So lernten die Kinder nicht nur genau hinzuschauen, sondern auch Beobachtungen zu notieren, Tabellen zu führen und Veränderungen zu bewerten. Am Ende verfügte jedes Kind über sein individuelles Schmetterlings-Entwicklungs-Portfolio. Selbstverständlich wurde auch die kleine Raupe Nimmersatt noch einmal gelesen – aber diesmal ganz alleine, wie die Kinder nicht ohne Stolz betonten. Denn Lesen haben sie ja auch schon gelernt.
Ach ja – ob so ein Distelfalter, der hat sich nämlich aus der kleinen Raupe entwickelt, wohl noch an die Klasse 1a denkt, wenn er durch Emsdetten fliegt?
