Evangelische Volksschule (1861 - 1969)

Die Anfänge

1861    

Anfang des Gemeindelebens der evangelischen Kirche als Filiale von Rheine:
Pastor Pollmann unterrichtet 12 evangelische Kinder, zunächst im Stationsgebäude des Bahnhofs. 

1864

Die Gemeinde kauft den Besitz vom Juden Samuel Falk und hat damit ein Gebäude, das als Kirche, Pfarrwohnung und Schule genutzt werden kann - an der Stelle der heutigen Gustav-Adolf-Kirche.

1881 (?)

Pfarrer Pollmann gibt den Unterricht auf (Altersgründe? Verminderte Kinderzahl?). Auch nach seinem Tod 1886 gibt es zunächst keinen Unterricht mehr.

1887

Pfarrer Robert Schneider tritt die Stelle als Pfarrer an, kann die Schule aber nicht wieder ins Leben rufen (zu wenige Kinder).

1893

Pastor Georg Schmiesing tritt seinen Dienst an – er erteilt Unterricht in seiner Wohnung.

1898

Die evangelischen Kinder werden in den Dorfschulen gemeinschaftlich mit den katholischen Kindern, aber unter Trennung des Religionsunterrichtes, beschult.

1900

24 evangelische Kinder werden in den Dorfschulen unterrichtet.

1901

Die evangelische Kirchengemeinde Emsdetten legt ein Gesuch auf Errichtung einer eigenen Schule vor.  

1901-1902

Lehrer Gustav Twiehaus erteilt für die 24 evangelischen Schulkinder Religionsunterricht an der Buckhoffschule.

1902-1903

Dem derzeitigen Lehrer Twiehaus folgte Lehrer Langenbach, der gleichzeitig Organist der Kirche war.

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Das erste eigene Schulgebäude an der Josefstraße

1903 

Bau eines Schulgebäudes mit einem Klassenraum und einer Wohnung an der Josefstraße.
Der erste definitiv angestellte Lehrer ist Friedrich König, der bis zu seiner Pensionierung im Herbst 1934 hier unterrichtet.

1903

Die evangelische Schulgemeinde wird nach den Herbstferien ds. J. ihr neuerbautes Schulhaus in Benutzung nehmen können. … Mit der Schule ist eine geräumige Lehrerwohnung verbunden. Bis jetzt hatte die evangelische Schulgemeinde von der katholischen Schulsocietät in toleranter Weise ein Klassenzimmer zur Miete erhalten. Dasselbe wird also zum Herbst zur Benutzung für die katholische Volksschule frei.“
aus:
Emsdettener Volkszeitung vom 22.7.1903

1906

„Über das Schulwesen des Amtes Emsdetten dürften nachfolgende Zahlenangaben allgemeines Interesse beanspruchen: Im hiesigen Amtsbezirke sind 10 Lehrer und 11 Lehrerinnen tätig, die über 1400 schulpflichtige Kinder unterrichten. Im Orte selbst beträgt die Schülerzahl 1249, davon 638 Knaben und 611 Mädchen. Die evangelische Schule zählt 31, die Schule in Ahlintel 24 und die Schule in Hembergen 99 Schüler. Die Töchterschule wurde von 11 Schülerinnen besucht, die Rektoratschule von 36 Schülern.“
aus: Emsdettener Volkszeitung vom 19. 4.1906

1911

Gemeinderatssitzung : „… 6. Wurde beschlossen, den Spielplatz bei der evangelischen Schule in der derselben Weise in Stand zu setzen, wie die Schulplätze der katholischen Schulen. Die Kosten betragen ca. 50 Mk.“
aus:
Emsdettener Volkszeitung vom 5.10.1911

1915

Die evangelischen Schüler der Rektoratsschule erhalten ihren Religionsunterricht zusammen mit den Elementarschülern in der evangelischen Schule
(laut Notiz in der Emsd. Volkszeitung über die Sitzung des Schulvorstandes vom 16.6.1915)

1924

Die Zahl der evangelischen Volksschulkinder beträgt 44. (EV vom 13.3.1924)

1928

Im Oktober feierte die evangelische Kirchengemeinde das 25jährige Bestehen der evangelischen Schule und das silberne Ortsjubiläum ihres Lehrers Friedrich König in einer schönen Familienfeier. (s. dazu Bericht in der EV vom 31.10.1928)

1934


Lehrer König tritt in den Ruhestand und übersiedelt nach Bad Godesberg. Die Schule wird vom Schulamtsbewerber Wilhelm Paaschen als Ersatzlehrer verwaltet. 57 Kinder besuchen die einklassige Schule. 

1935

Im Herbst 1935 geht Lehrer Paaschen nach Gronau. Lehrer Albert Eickholz aus Isselhorst übernimmt die Stelle.

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Wiedereröffnung nach dem 2. Weltkrieg

7. 11. 1945


Wiedereröffnung der Evangelischen Volksschule Emsdetten im Gebäude an der Josefstraße durch Fräulein Liebenberg.
64 Kinder, die aus 30 verschiedenen Klassen zusammenkommen, werden in einer Klasse unterrichtet.

 

In der Nachkriegszeit wächst durch Ausweisung und Flucht die Schülerzahl ständig, so dass in der Folgezeit immer wieder Raum- und Personalmangel herrscht. Von Dezember 1945 bis Mai 1946 steigt die Schülerzahl von 64 auf 84.
Zum Thema „Aufnahme und Integration von Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg in Emsdetten“ gibt es eine umfassende Staatsexamensarbeit von Mechtild Vietmeier geb. Teuber aus dem Jahre 1982, die im Archiv der Stadt Emsdetten eingesehen werden kann.   

1946

„Ich selber wurde 1946 eingeschult bei Frl. Liebenberg. In der Zeit wohnte Familie Eickholz noch im Schulgebäude. … Es war eine unruhige Zeit, in der es viele andere Dinge gab, um zu überleben.“
aus einem Brief von Herrn Ernst Denner vom 20. 9. 2009 

1. 5. 1946 

Lehrer Wilhelm Paaschen kommt zurück nach Emsdetten und übernimmt die kommissarische Leitung der evangelischen Schule. „Die 64 Kinder, die aus 30 verschiedenen Klassen zusammenkamen, konnten sich nur schwer an die andersgerichtete Arbeit einer einklassigen Schule gewöhnen. Die Schwierigkeiten der Nachkriegszeit wirkten sich auf die Schule aus. Es gab keine Lehrbücher und kein Schreibmaterial.“ (aus MZ vom 20.12.1958)





Ostern 1947 


Mai 1946 bis Oktober 1946: Die Schülerzahl steigt von 84 auf 174 Kinder. Es müssen 4 Klassen gebildet werden (jeweils ein 1. und 2. Jahrgang, eine Kombinationsklasse 3./4. Jahrgang, eine Klasse 5. – 8. Jahrgang).
Eine dritte Planstelle wird eingerichtet: Lehrer Alfred Goßlau tritt den Dienst an. In einem Raum werden zum Teil 62 bzw. 72 Kinder untergebracht. 

Juli 1947


Die Schülerzahl steigt auf 220. Eine 4. Planstelle wird eingerichtet. Lehramtsanwärter Joachim Hofmann übernimmt den 2. Jahrgang. 

Dezember 1947 

Lehrer Goßlau stirbt an einer Lungenentzündung. Durch sein Ableben im Dezember 1947 ergab sich die schwierige Lage, daß drei Lehrkräfte 245 Kinder in Vor- und Nachmittagsstunden unterrichteten.

Juni 1948

Lehrerin Thomas aus Rheine kommt; es unterrichten somit 4 Lehrkräfte in 5 Klassen und in 2 Räumen (Schichtunterricht).

Herbst 1948


Lehrerin Thomas geht am 1. 10. 1948 zurück an ihren Wohnort Rheine. Als Ersatz kommt am gleichen Tag Lehrer Gustav Wichmann. Die Raumnot bleibt, die Kinderzahl steigt weiter.

20. 12. 1948

Hauptlehrer Heinz Docken kommt als 5. Lehrkraft an die Schule, die inzwischen 6-klassig geworden ist. Wegen der Raumprobleme werden der Schule nachmittags 2 Klassenräume in der Wilhelmschule zur Benutzung überlassen.

1948/49


Die evangelische Schule kann die Baracke am Dorfgraben (1928 als Kreisberufsschule eingerichtet) nutzen. Dennoch gibt es weiterhin Nachmittagsunterricht, weil 265 Kinder in 6 Klassen in nur 3 Klassenräumen unterrichtet werden müssen.

April 1950

In der Baracke am Dorfgraben wird ein zusätzlicher Klassenraum eingerichtet (bisher Wohnraum). Somit gibt es am Dorfgraben 2 Klassenräume, einen Vorraum,  ein Lehrer- und ein Lehrmittelzimmer. Mit den Räumen an der Josefstraße gibt es für die Evangelische Volksschule 4 Klassenräume.

15. 12. 1950

Herr Docken wird als Hauptlehrer und Schulleiter eingeführt.

15.5.1953

Versetzung von Lehrer Hofmann nach Münster; der Ersatzlehrer Altekrüger bleibt nur 2 Wochen, danach kommt Fräulein Wargenau.
Wieder Zuwachs der Schülerzahlen (bis auf 270)
Im Dezember erhält die Schule einen Raum in der neuen Kirche (Martin-Luther-Kirche) als „3. Filiale“. „63 Prozent der Kinder kamen aus Flüchtlingsfamilien, die zum Teil in katastrophalen Wohnverhältnissen lebten. Nicht selten mußte eine Familie in nur einem Raum von wenigen Quadratmetern leben. Auf engstem Raum wurde die Schulspeisung durchgeführt. Wegen Typhus, spinaler Kinderlähmung und Ruhr mußte die Schule wiederholt geschlossen werden.“ (aus: MZ vom 20.12.1958)

19. 12.53

50-jähriges Jubiläum im Gebäude an der Josefstraße 

Januar 1954

Fräulein Edith Krämer (Hoenes) kommt als 6. Lehrkraft an die Schule

Mai 1955

Versetzung von Frl. Krämer nach Borghorst, neue Lehrkraft ist Herr Kipp.
Als weiteren Unterrichtsraum erhält die Schule den Konfirmandensaal in der Gustav-Adolf-Kirche

22. 2. 1956

Die Baracke am Dorfgraben brennt ab.  „Durch Entgegenkommen der Stadtverwaltung wurde aber auch diesmal, wenigstens räumlich gesehen, Abhilfe geschaffen. Zwei Klassen wurden in Schulungsräumen der Freiw. Feuerwehr im Gerätehaus untergebracht, eine Klasse in der angrenzenden Buckhoffschule. Ergaben sich auch unterrichtsmäßig und organisatorisch durch die vier getrennt liegenden Unterrichtsorte (alte Schule, Buckhoffschule, Martin-Luther-Kirche und Feuerwehrgerätehaus) neue Schwierigkeiten, so hatte die neue Umstellung wenigstens den einen Vorteil, daß die einzige „Wanderklasse“ (Nachmittagsunterricht) aufgelöst werden konnte. Wieder Erteilung von Nachmittagsunterricht.“ (aus: MZ vom 20.12.1958)

1956/57

Herr Kipp zieht in die Nähe von Lengerich, Fräulein Liebenberg wird nach Münster versetzt. Neu kommen: Frau Kärcher und Frl. Münnich. Erstmals erscheint in der Schulchronik der Name: Frau Schomaker

1957/58

Die Buckhoffschule stellt einen Klassenraum zur Verfügung (dadurch: kein Schichtunterricht mehr). Am 1. 10. 1957 beginnen die Arbeiten am An- und Umbau des Progymnasiums, am 13. 1. 1958 findet das Richtfest für die neue „Paul-Gerhardt-Schule, Evangelische Volksschule“ statt.

1958/59

Die Buckhoffschule stellt einen zweiten Klassenraum zur Verfügung.
Längere Erkrankung von Frl. Münnich: Vertretung übernehmen Herr Konrektor i.R: Real und Herr Lehrer i.R. Arendt (beide vorher an der Wilhelmschule).
Herr Paaschen wird auf eigenen Wunsch nach Rheine versetzt, Frl. Schnier tritt am 1. 12. 1958 ihren Dienst an, Herr Wichmann tritt in den Ruhestand (hilft aber noch ein Jahr aus). Frau Kärcher zieht am 1. 4. 1959 nach Stuttgart.

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„Paul-Gerhardt-Schule“ – Evangelische Volksschule der Stadt Emsdetten

April 1959


Einzug in das Gebäude an der Wilhelmstraße (ehemaliges Progymnasium). Die Schule erhält den Namen „Paul-Gerhardt-Schule - Evangelische Volksschule“.

1959/60

Herr Wichmann hilft als Pensionär weiterhin aus, ebenso Herr Konrektor i.R. Real als erste katholische Kraft bis zum Dienstantritt von Frl. Krämer am 12.8.59.
Neu im Kollegium: Herr von Fehren (ab 2. 5. 59).

1960/61

Wegen Lehrermangel helfen Herr Real und Herr Wichmann weiterhin mit 15 bzw. 18 Stunden aus. Zu Schuljahresbeginn wird Frau Donner (Frl. Schnier) nach Aachen versetzt. Am 1. 9. 1960 löst Frl. Wohlenberg Herrn Real ab.

1962/63

Herr Manfred Viergutz tritt am 1. 4. 1962 seinen Dienst an und wird der erste Konrektor an dieser Schule.

Dez. 1962

Großes Fest: Hundert Jahre evangelische Schulgemeinde Emsdetten

1963/64

Herr Wichmann hilft aus, bis zu seiner plötzlichen Erkrankung und seinem Tod am 22. 10. 63. Die Baracke neben der Turnhalle wird für Unterrichtszwecke genutzt.

1964/65

Wiederum: Raumnot – Lehrermangel! Ostern 1964: Frau Böhm kommt als Aushilfslehrerin mit 22 Stunden. Frau Schwaab erteilt 8 Stunden Nadelarbeit.

1966/67
1. Kurz- schuljahr

Das 9. Schuljahr ist Pflicht - Kurzschuljahr: 1. 4. 66 – 30. 11. 1966 – Einführung der „Lernmittelfreiheit“

1966/67
2. Kurz-
schuljahr

Weiterhin herrscht Lehrer- und Raummangel. Der Englischunterricht ab 5. Jahrgang wird Pflicht Neu im Kollegium ist ab April 1967 Frau Lützel - 2. Kurzschuljahr: 1. 12. 1966 – 20. 7. 1967

1967/68

Erstmals beginnt das Schuljahr im Herbst (6.9.67). Frl. Wohlenberg wird nach Münster, Fr. Lützel am 1. 4. 68 nach Gelsenkirchen versetzt. Neu im Kollegium sind Frl. Hehemann und Frl. Grueneberg.

1968/69





Sommer 1969:
Auflösung der Volksschulen

Dies ist das letzte Schuljahr als Evangelische Volksschule, weil die Volksschulen aufgelöst und in Grund- und Hauptschulen getrennt werden.
Große Personalnot an allen Schulen: Fr. Hehemann wird zur Kardinal-von-Galen-Schule abgeordnet, Fr. Grueneberg mit 12 Stunden zur Wilhelmschule.
Die Eltern der Paul-Gerhardt-Schule stimmen ab: Die PGs soll eine Gemeinschaftsgrundschule werden (Zustimmung der Bezirksregierung vom 19. 5. 1969).
Die 7 anderen Grundschulen in Emsdetten werden katholische Grundschulen, die 3 Hauptschulen werden Gemeinschaftshauptschulen.
Versetzungen zum Schuljahresende: Fr. Schomaker zur Marienschule, Frau Schwaab und Herr Viergutz zur Kreuzschule, Frl. Grueneberg u. Herr von Fehren zur Surholtschule, Fr. Böhm zur Wilhelmschule.
Es verbleiben an der PGS: Herr Heinz Docken und Frau Edith Hoenes.

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Lehrkräfte der Ev. Volkschule 1861 - 1969

Pastor Eduard Pollmann
(1861 – 1886)

1861 – 1881 Unterricht für 12 evang. Kinder

Pastor Georg Schmiesing
(1893 – 1927)

1893 – 1901 Unterricht für evang. Kinder

Lehrer Gustav Twiehaus

1901 - 1902 (Lehrer für evang. Religion an der Buckhoffschule)

Lehrer Friedrich König

1903 - 1934

Ersatzlehrer Wilhelm Paaschen

1934 - 1935

Lehrer Albert Eickholz

1935 - 1938 (1938: Auflösung der Konfessionsschulen)

Lehrerin Hertha Liebenberg

1945 – 1957 (Wiedereröffnung der evangelischen Volksschule)

Lehrer Wilhelm Paaschen

1946 - 1959

Lehrer Alfred Goßlau

Ostern – Dezember 1947

Lehrer Joachim Hofmann

1947-1953

Lehrerin Thomas

Juni-September 1948

Lehrer Gustav Wichmann

Oktober 1948 –April 1958
Vertretungsunterricht als Pensionär bis Herbst 1963

Hauptlehrer/Rektor Heinz Docken

1948-1969     
1969-1979 Rektor der heutigen PGS

Lehrer Altekrüger

nur 2 Wochen im Jahr 1953

Lehrerin Wargenau

1953

Lehrerin Edith Krämer
(später Hoenes)

1954-1955 + 1959–1969 
1969-1989 an heutiger PGS

Lehrer Kipp

1955-1957

Lehrerin Lilo Schomaker

1955/56 -1969

Lehrerin Kärcher

1957 - 1959

Lehrerin Münnich

1957 - 1959

Lehrerin Schnier (Donner)

1959 - 1960

Konrektor i.R. Real

Vertretungslehrer 1959 - 1960

Lehrer i.R. Arendt

Vertretungslehrer 1959

Herr von Fehren

1959 – 1969

Lehrerin Wohlenberg

1960 – 1967

 Konrektor Manfred Viergutz

1962 – 1969

Lehrerin Ruth Böhm

1964 - 1969

Lehrerin Schwaab

1964 – 1969

Lehrerin Lützel

4/1967 – 1968

Lehrerin Hehemann

1967 - 1968

Lehrerin Grueneberg

1967 - 1969

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